Fachliche Prüfung der bisherigen Fassung durch Dipl.-Ing. (FH) Marco Nolte ·
Der Stromverbrauch einer Alarmanlage ist bei Wohnmobilen und PKW wichtig, die längere Zeit abgestellt werden oder häufig nur kurze Strecken fahren. Eine pauschale Zahl ist jedoch wenig hilfreich, weil der tatsächliche Ruhestrom vom System, von Zusatzmodulen, Mobilfunk-/GPS-Komponenten und von der Fahrzeugkonfiguration abhängt. Welche Ausstattung zu Ihrem Fahrzeug passt, erfahren Sie bei unserer Alarmanlage für Wohnmobil mit Preisen und Einbau.
Warum der Ruhestrom entscheidend ist
Auch kleine Dauerverbraucher summieren sich über viele Tage. Deshalb sollte bei der Planung nicht nur die Alarmzentrale betrachtet werden, sondern die gesamte Kombination aus Fahrzeug, Alarmanlage, Ortung und Kommunikationsmodulen.
Stromaufnahme am Beispiel der Pandora Smart Pro
Eine Pandora Smart Pro mit GPS-Echtzeitortung und GSM-Verbindung benötigt im normalen Betrieb durchschnittlich 50–80 mA. Der tatsächliche Wert hängt unter anderem vom GPS- und GSM-Empfang ab. Im Stromsparmodus sinkt die durchschnittliche Stromaufnahme auf 10–30 mA. Diese Angaben beziehen sich auf dieses Beispielsystem; Ausstattung und Konfiguration anderer Anlagen können abweichen.
Normaler Betrieb
Durchschnittlich
50–80 mA
GPS-Ortung und Mobilfunkverbindung sind aktiv. Die Empfangsbedingungen beeinflussen die Stromaufnahme.
Stromsparmodus
Durchschnittlich
10–30 mA
GSM und GPS sind vorübergehend deaktiviert. Die lokale Absicherung bleibt aktiv.
Strom sparen bei längeren Standzeiten und Kurzstrecken
Sie fahren häufig kurze Strecken oder stellen Ihr Fahrzeug länger ab? Bei entsprechend ausgestatteten Pandora-Systemen kann ein Stromsparmodus aktiviert werden. Sprechen Sie uns an, wenn dies für Sie in Frage kommt.
Strom sparen. Lokal geschützt bleiben.
Beim Beispielsystem Pandora Smart Pro liegt die durchschnittliche Stromaufnahme hier bei 10–30 mA. GSM-Mobilfunkmodul und GPS-Ortungsmodul bleiben bis zur Reaktivierung deaktiviert.
Die lokale Absicherung bleibt aktiv. Eine ständige Onlineverbindung zur Pandora Connect App besteht dabei nicht.
GSM und GPS werden wieder aktiv.
Bei einer Alarmauslösung, beim Einschalten der Zündung oder während der Fahrt aktiviert das System die beiden Module wieder.
Es startet den Aufbau der Mobilfunkverbindung sowie die GPS-Positionsbestimmung.
Empfang bleibt Voraussetzung: Sobald Mobilfunk- und GPS-Empfang verfügbar sind, können die eingerichteten Alarmmeldungen übertragen und die Fahrzeugposition ermittelt werden.
Bei der Einweisung erklären wir Ihnen den Stromsparmodus und die damit verbundenen Einschränkungen für den Fernzugriff.
Für den Gesamtverbrauch zählt, wie lange die Anlage in jeder Betriebsart arbeitet. Die Einrichtung und das Verhalten Ihres Systems erklären wir Ihnen bei der Einweisung.
Was bedeutet das in Amperestunden?
Die folgende Rechnung zeigt den Verbrauch der Alarmanlage, wenn sie über den gesamten Zeitraum in derselben Betriebsart bleibt. Sie verwendet jeweils die untere und obere Grenze der genannten Durchschnittswerte: Stromaufnahme in Ampere × Zeit in Stunden = Verbrauch in Ah.
| Zeitraum | Normaler Betrieb 50–80 mA | Stromsparmodus 10–30 mA |
|---|---|---|
| 24 Stunden | 1,20–1,92 Ah | 0,24–0,72 Ah |
| 7 Tage | 8,40–13,44 Ah | 1,68–5,04 Ah |
| 30 Tage | 36,00–57,60 Ah | 7,20–21,60 Ah |
Beispiel: 50 mA entsprechen 0,05 A. Über 24 Stunden ergibt das 0,05 A × 24 h = 1,20 Ah. Wechselt die Anlage zwischen den Betriebsarten, werden deren jeweilige Zeiträume getrennt gerechnet und anschließend addiert.
Die Werte sind eine rechnerische Orientierung. Empfang, Ausstattung und tatsächliche Nutzung können den Verbrauch verändern. Weitere Fahrzeugverbraucher sind nicht eingerechnet.
Was bedeutet das für die Standzeit?
Die Rechnung zeigt ausschließlich den Verbrauch der Alarmanlage. Weitere Verbraucher im Fahrzeug kommen hinzu. Die auf der Batterie angegebene Kapazität steht außerdem nicht vollständig als nutzbare Reserve zur Verfügung: Ladezustand, Batterietyp, Alter, Temperatur und die zum Starten benötigte Reserve spielen ebenfalls eine Rolle.
Aus der Batteriekapazität allein lässt sich deshalb keine verlässliche Standzeit bis zum nächsten Start ableiten. Bei längeren Standzeiten empfehlen wir ein geeignetes Ladeerhaltungsgerät und eine Kontrolle des Ladezustands.
Kurzstrecken – der häufigste Batteriekiller
Immer wieder starten, kurz fahren und lange stehen: Das kann die Starterbatterie auf Dauer schwächen. Reicht die Nachladung während der Fahrt nicht aus, um Startvorgänge und den Verbrauch zwischen den Fahrten auszugleichen, sinkt der Ladezustand schrittweise. Häufiger Kurzstreckenbetrieb und lange Standzeiten belasten die Batterie und können ihre Lebensdauer verkürzen – besonders bei Kälte und vielen elektrischen Verbrauchern.
Ein Beispiel: fünf Fahrten à zehn Kilometer in vier Wochen. Bei diesem Nutzungsprofil kann die Batterie über Wochen mehr Energie verlieren, als sie zurückbekommt. Ob das tatsächlich passiert, hängt unter anderem von Ladezustand, Batteriealter, Temperatur und Fahrzeugtechnik ab. Um einem sinkenden Ladezustand entgegenzuwirken, können regelmäßige längere Fahrten helfen – etwa 45 bis 60 Minuten am Stück als Orientierung. Ob die Batterie dabei ausreichend nachgeladen wird, hängt jedoch vom Fahrzeug und den Betriebsbedingungen ab. Bei anhaltendem Ladedefizit ist zusätzliches Nachladen mit einem geeigneten Ladegerät nötig.
Eine leere Batterie bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die Pandora-Alarmanlage die Ursache ist. Ein Ladedefizit kann auch ohne nachgerüstete Alarmanlage entstehen. Deren Ruhestrom kommt allerdings zur Gesamtbilanz hinzu. Bei wiederkehrenden Startproblemen sollten Batterie, Ladesystem und gesamter Ruhestrom geprüft werden. Wer überwiegend kurz fährt oder lange parkt, sollte regelmäßig mit einem geeigneten Ladegerät nachladen.
Mehr dazu beim ADAC: Ladungsbilanz und Batterie laden · Belastung und Lebensdauer
Vergleichswerte richtig einordnen
Hersteller veröffentlichen für einzelne Komponenten technische Ruhestromwerte. Achten Sie darauf, welche Betriebsart und welche Zusatzmodule dabei berücksichtigt sind. Der Wert einer Alarmzentrale ist nicht automatisch mit dem Gesamtverbrauch eines fertig ausgerüsteten Fahrzeugs gleichzusetzen. Für den Vergleich sollten die Messbedingungen und der Ausstattungsumfang übereinstimmen.
Zusätzlicher Stromverbrauch & Ihre Mängelrechte
Durch die Nachrüstung einer Alarmanlage erhöht sich der Stromverbrauch des Fahrzeugs. Am Beispiel der Pandora Smart Pro mit Echtzeitortung und GSM-Verbindung liegt die durchschnittliche Stromaufnahme bei 50–80 mA, im Stromsparmodus bei 10–30 mA. GPS- und GSM-Empfang, Ausstattung sowie Betriebsart beeinflussen den tatsächlichen Verbrauch.
Für die Batteriebelastung zählt die gesamte Verbrauchsbilanz: Wie lange ist die Anlage in welcher Betriebsart aktiv, welche weiteren Verbraucher laufen und wie viel wird während der Fahrt oder über ein Ladegerät nachgeladen?
Insbesondere bei längeren Standzeiten, häufigen Kurzstrecken oder geringer Fahrleistung kann die zusätzliche Entladung der Starterbatterie die Startfähigkeit beeinträchtigen.
Ein bestimmungsgemäßer zusätzlicher Stromverbrauch stellt für sich alleine nicht zwangsläufig einen Sachmangel dar. Maßgeblich ist die für den besprochenen Funktionsumfang benötigte Stromaufnahme.
Die gesetzlichen Mängelrechte, insbesondere bei fehlerhaftem Einbau oder einem von der geschuldeten Beschaffenheit abweichenden Stromverbrauch, bleiben unberührt.
